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Peru

Anfang Februar 2016 machte ich mich mit meiner Kollegin auf zu einem zahnärztlichen Hilfseinsatz in Perú. Leider wurden wir wegen der Materialspenden in unserem Gepäck vom Zoll in Lima ziemlich lang aufgehalten und hätten beinahe unseren Anschlussflieger nach Cusco verpasst. Da ich gut Spanisch spreche, konnte ich unsere Situation erklären und so ließ man uns schließlich passieren. Nach 28 Stunden Reise kamen wir in der kleinen Stadt Urubamba im Heiligen Tal der Inkas an. Von der Organisation wurde uns ein günstiges, kleines Appartement vermittelt, in dem wir uns sehr wohl fühlten.

An jedem Werktag gelangten wir in einer holprigen Fahrt auf der Ladefläche eines Pickups zu unserer Gesundheitsstation in Chicón oder Munaychay bzw. Huilloqu. An Materialien und Ausrüstung fanden wir das Wesentlichste vor Ort oder hatten es in Form von Spenden mitgebracht, sodass der Behandlung nichts mehr im Weg stand. Nur Patienten sind meist Mangelware, da der Versorgungsstandard dort recht hoch ist. Wie in alten Tagen in der Zahnklinik. Keine Patienten. Wir behandeln uns gegenseitig und sind hauptsächlich mit Putzen und Aufräumen beschäftigt. Wenn aber doch mal einer kam galt die Regel: je jünger desto schlechter die Zähne. Meistens legten wir Füllungen und fluoridierten die Zähne.

Die Menschen auf dem Dorf sind außerordentlich freundlich und manchmal auch extrem schüchtern. Wenn man sich auf der Straße begegnet, dann geht man nicht einfach aneinander vorbei. Man sagt „Guten Tag“ auch wenn man sich gar nicht kennt. Aus Unsicherheit waren wir oft misstrauisch gegen Fremde, das stellte sich jedoch jedes Mal als ungerechtfertigt heraus. Die Ratschläge der Einheimischen sind gut gemeint und sehr nützlich. Man tut gut daran, wenn man sich nach ihnen richtet.

An den Wochenenden hatten wir Zeit für etwas Tourismus. Mit dem Kleinbus besuchten wir die Sehenswürdigkeiten der Umgebung. Die Fahrt geht über Berg und Tal oder auch weites Land, das von fernen Bergen umsäumt ist. Der Himmel scheint hier sehr nah, die Wolken hängen tief und schwer. Man kann hier immer alle Wetterlagen gleichzeitig beobachten. Im Rücken die Sonne, geradeaus Blitz und Donner, soleado nubes despejado neblina lluvia tormenta rachas de viento calor frío todo a la vez. Es scheint hier keinen Flecken Erde zu geben, der nicht vom Menschen kultiviert wird.

Die Ruinen von Ollantaytambo sind erstmal ordentlich Cardiotraining. Treppe hoch und Panorama mit Blick aufs Dorf und den gegenüberliegenden Berg genießen. Es gibt dort natürlich auch Lamas.
Die Dorfbewohner feierten da gerade Comadre und bewarfen sich gegenseitig mit Konfetti. Dazu tranken sie Bier. In Pisac schlängelt sich der Weg um den Berg herum und an jeder Ecke wird der Blick auf eine weitere Ruinengruppe frei. Diese Anlage ist riesig, man könnte den ganzen Tag hier verbringen. Wir passierten wunderschön geschwungene Terrassenanlagen, einen in den Fels geschlagenen Tunnel und mehrere Bergdörfer. Wir hörten die Falken rufen. Eine gewisse Sportlichkeit ist hier sehr von Vorteil, da man täglich große Strecken zu Fuß zurücklegen muss. Dazu kommen die Auswirkungen der Höhe, die sich individuell mehr oder weniger in Herzrasen, schwerem Atmen und gelegentlichem Kopfschmerz zeigen. Das Kauen von Cocablättern scheint aber tatsächlich dagegen zu helfen. Dann gab es noch einen Carnavalsumzug in Urubamba der doch tatsächlich direkt vor unserem Haus vorbei ging. Bunt und traditionell gekleidete Frauen und Männer zogen tanzend an uns vorbei. Sie trugen Konfetti im schwarzen Haar und rosafarbene Bäckchen.

Wir haben auch kulinarisch viel in Perú erlebt. Die Einheimischen essen zum Frühstück gerne Schnitzel oder dergleichen. Wem das zu viel ist, kann auf Brötchen und Marmelade zurückgreifen. Dazu gibt es oft Tee, Instantkakao, oder Instantkaffee. Am Titicacasee servierte man uns Tajte, eine Art frittierter Fladen mit Thymian und Salz. Die Früchte in diesem Land sind wirklich oppulent und exotisch. Wir probierten viele davon, zum Beispiel die Pacay. Die sieht aus wie eine gigantische grüne Bohnenschote. Ca. 50cm lang. Drinnen ist eine Reihe großer Kerne, die in weiße Puschel gehüllt sind. Die Puschel sind süß und saftig und sehen aus wie Sushi. Generell sollte man sich aber mit Bedacht an die Lebensmittel dort heranwagen und wenigstens die einfache Regel „peel it, cook it, boil it or forget it“ befolgen.

Nach vier Wochen Arbeit in Urubamba fuhren wir noch für 3 Tage an den Titicacasee und schließlich für 3 Tage nach Lima.

Unsere Reise war ein großartiges Erlebnis und wir würden uns jederzeit wieder dafür entscheiden.

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